Im Jahre 1994 unterschrieb die Bundesregierung die UNESO-Erklärung von Salamanca, nach der sich die Unterzeichner dafür verantwortlich erklärten, ein inklusives Bildungssystem zu schaffen. Das bedeutet, dass man Schulen schaffen wollte, in die Kinder nicht integriert werden müssten, die stattdessen die Einzigartigkeit jedes einzelnen Kindes und dessen Individualität respektieren und sich darauf einstellen können. Mit dieser Pädagogik der Bedürfnisse sollte es möglich sein, jedem Kind, egal ob es behindert ist, einen Migrationshintergrund hat, eine so genannte Leserechtschreibschwäche hat oder ähnliche stigmatisierende Bezeichnungen trägt, diesen Sonderstatus zu tilgen und stattdessen davon ausgehen, dass jeder einzelne Mensch auf seine Art anders ist.
Im gleichen Jahr ratifizierte die deutsche Regierung auch die UN-Kinderrechtskonvention, nach der die Würde des Kindes im Zentrum der Politik sein solle.
Am 1. Januar 2009 trat die von der Bundesrepublik Deutschland ratifizierte UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung in Kraft. Trotz eines „Übersetzungsfehlers“, nach der das Wort inclusion in der deutschen Übersetzung zu Integration wurde, gilt der englischsprachige Artikel 24 dieser Konvention, der besagt, dass sich die Unterzeichner völkerrechtlich verpflichten, unter anderem eine Schule für alle zu schaffen. (Anmerkung: Diese Zusammenfassung der Konvention ist eine starke Vereinfachung des tatsächlichen Wortlautes und konzentriert sich lediglich auf die Kernaussagen.)
Trotz dieser Unterschriften der Bundesrepublik Deutschland unter drei völkerrechtliche Abkommen, von denen zwei bindend sind, sehen deutsche Schulverhältnisse anders aus: Kinder müssen sich dem Schulsystem anpassen, können oder wollen sie dies nicht, so werden sie in diverse Einrichtungen ausgesondert. Eine Integration dieser Kinder ist gesetzlich in den meisten Bundesländern vorgesehen, die Umsetzung in die Praxis ist jedoch sehr schwierig für die Eltern. 84,3 Prozent der Schüler (Stand 2006) mit sonderpädagogischem Förderbedarf werden in Deutschland getrennt vom Rest der Schülerschaft unterrichtet.
Es ist Zeit, dies zu ändern! Nachfolgend einige persönliche Buchtipps zum Thema:
![]() | “Du gehörst zu uns”. Inklusive Grundschule: Ein Praxisbuch für den Umbau der Schule |
![]() | Ungehorsam im Schuldienst: Der praktische Weg zu einer Schule für alle |
![]() | Gemeinsamer Unterricht im Dialog: Vorstellungen nach 25 Jahren Integrationsentwicklung |
![]() | Integrationspädagogik im Diskurs: Auf dem Weg zu einer inklusiven Pädagogik |
![]() | Schwere Mehrfachbehinderung und Integration: Herausforderungen, Erfahrungen, Perspektiven |
![]() | Empowerment und Inklusion behinderter Menschen: Eine Einführung in Heilpädagogik und Soziale Arbeit |






Kommentare
Kommentar hinterlassen Trackback