Da das Wort “Demokratie” im staatlichen Schulsystem schon fast inflationär verwendet wird und bereits die Auswahl zwischen zwei Mittagessen durch Schüler als Errungenschaft gefeiert wird, soll dieser Artikel einen kurzen Überblick darüber geben, was in diesem Blog mit “Demokratischer Bildung” gemeint ist.

Bei der IDEC (Internationalen Konferenz über Demokratische Bildung) im Sommer 2005 haben sich die Teilnehmer, die aus 28 Ländern stammten, gemeinschaftlich auf folgende Definition für Demokratische Bildung geeinigt:

Wir glauben, dass ‐ wo immer es um Bildung geht ‐ junge Menschen das Recht haben,individuell zu entscheiden, was, wie, wo, wann und mit wem sie lernen, gleichberechtigt an Entscheidungen darüber beteiligt zu sein, wie ihre Organisationen ‐ insbesondere ihre Schulen ‐ geführt werden, ob Regeln und Sanktionen nötig sind und gegebenenfalls welche. (Quelle)

Die EUDEC (European Democratic Education Community – Die europäische Gemeinschaft für demokratische Bildung) fügt dem hinzu, dass

reguläre demokratische Versammlungen, in denen eine Person eine Stimme hat, [...] ein Fundament demokratischer Bildungssysteme [sind]. Demokratische Bildung kann ohne sie nicht existieren. (Quelle)

David Gribble, ehemaliger Lehrer aus England, betont in seinem Definitionsversuch die Gleichberechtigung. So sei

Demokratische Bildung [...] Bildung, bei der Lehrer und Lerner als Gleichberechtigte zusammenarbeiten. (Quelle)

Yaacov Hecht, der Gründer des IDE, hingegen akzentuiert stark die emotionale, persönliche Seite und behauptet, dass Demokratische Bildung

„auf Respekt, Toleranz und Liebe“ basiere (Quelle)

In Bezug auf Schulen habe ich meine eigene persönliche Definition gefunden, die jedoch immer dem Wandel der Zeit unterliegen kann:

Demokratische Schulen sind Bildungseinrichtungen, in denen Kinder und Jugendliche selbstbestimmt leben und lernen können. Allen Beteiligten der Schule steht es offen, gleichberechtigt durch die Teilnahme an demokratischen Strukturen, wie z.B. einer Schulversammlung, das Schulleben mit zu gestalten. Konflikte werden durch die Schulgemeinschaft gelöst.

Ich hoffe, ich konnte das Thema hier etwas umreißen. Nachfolgend einige persönliche Buchtipps zum Thema:

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